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Gestern war also Weltfrauentag. Dass es bei dem Tag um Gleichberechtigung bzw. die Stärkung der Rechte von Frauen (jenachdem, wofür man eintritt) und auch den Weltfrieden geht – offiziell heißt der Tag „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ – scheint an einigen Leuten jedoch vorbeigegangen zu sein. Anders ist nicht zu erklären, warum Menschen auf Twitter unter dem Hashtag #weltfrauentag „einen schönen Weltfrauentag“ wünschten oder Frauen wohlwollend davon berichteten, dass sie Blumen geschenkt bekamen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass diese Leute den Weltfrauentag für eine Art Muttertag halten, ausgeweitet auf alle Frauen.

Um mal ein Beispiel zu nennen:

Klasse! Das ist genau das, worum es bei dem Tag geht, mein Lieber! Nicht!

Ein anderes Beispiel ist der „Sekthersteller“, der gestern in Köln Rosen an Frauen verteilt hat. Dass das nett gemeint war, will ich gar nicht absprechen. Aber es ist in gewisser Hinsicht auch beleidigend. Rosen kann man meinetwegen am Muttertag und am Valentinstag verteilen, aber nicht an einem Tag, der der Gleichberechtigung bzw. den Rechten der Frau gewidmet ist. („Wir wollen Gleichberechtigung!“ – „LOL NOPE. Hier, haste ’ne Rose.“)

Die Kommentare auf der Seite zeigen auch ganz deutlich, dass viele den Tag offensichtlich nicht verstanden haben.

Es gibt übrigens auch einen internationalen Männertag. Das führt mich zu der folgenden Überlegung: Wenn es sowohl einen Frauen- als auch einen Männertag gibt, an denen jeweils die Stärkung der Rechte der Frau bzw. des Mannes bzw. Gleichberechtigung gefordert wird, sie also im Grunde genommen das Gleiche fordern, warum dann nicht die beiden Tage zu einem Gleichberechtigungstag zusammenlegen? Das wäre effizienter, könnte nicht mehr für einen Muttertag 2.0 gehalten werden und würde gleichzeitig Menschen miteinschließen, die sich nicht in das binäre Geschlechtersystem einordnen können oder wollen.

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Amnesty International, genauer die Amnesty-Gruppe Menschenrechtsverletzungen an Frauen, hat sich für den Weltfrauentag 2012 eine besondere Aktion ausgedacht, um auf Gewalt gegen Frauen aufmerksam zu machen. Sie wollen niedliche Stoffpuppen verteilen, in denen als Symbol der Gewalt Stecknadeln stecken.

Um möglichst viele Puppen verteilen zu können, werden Helfer gesucht, die Puppen nähen und an Amnesty schicken. Wenn ihr gern näht, macht das doch oder gebt den Link weiter an jemanden, der gern näht. :)

Nähen für die Rechte von Frauen

(Achja, Einsendeschluss für die Puppen ist der 17.2., das ist schon bald.)

Habt ihr schon mal von der Antidiskriminierungsstelle des Bundes gehört? Nein? Hatte ich auch nicht, bis mir vor ein paar Tagen an einem Bahnhof ein Plakat auffiel. Auf dem Plakat waren viele kleine Holzschubladen zu sehen, einige davon beschriftet mit Kategorien wie „Frau“, „Mann“, „Trans“, „intersexuell“. Auf dem Plakat selbst stand: „Kein Mensch passt in eine Schublade! Werden Sie aufgrund Ihres Geschlechts diskriminiert? Lassen Sie sich beraten“

Das Plakat ist Teil der aktuellen Kampagne der Antidiskriminierungstelle des Bundes. Außer „Geschlecht“ gibt es noch fünf weitere Versionen davon: Alter, Behinderung, ethische Herkunft, Religion oder Weltanschauung und sexuelle Identität. Gut gelungen!

Ansehen kann man sich die Plakate übrigens auch hier: Klick

Schon zum sechsten Mal ruft der freie Zusammenschluss von StudentInnenschaften zu den Aktionstagen gegen Sexismus und Homophobie auf. Unter dem diesjährigen Motto „Stereotype“ wird es vom 7. bis 11. November an verschiedenen deutschen Universitäten Aktionen geben.

Der offizielle Aufruf und weitere Informationen finden sich auf der Seite des freien Zusammenschlusses von StudentInnenschaften: www.kein-sexismus.de

Dort gibt es unter „Programm“ auch eine – wenn auch (noch?) nicht vollständige – Auflistung der Aktionen an den Hochschulen. Wisst ihr von einer Aktion, die dort noch nicht eingetragen ist, teilt es den Betreibern der Seite doch bitte mit. Die entsprechende e-Mail-Adresse findet ihr hier: Klick