s.Oliver und die Antwort auf meine Mail

Neulich hatte ich darüber geschrieben, dass s.Oliver ein Kinder-T-Shirt mit der Aufschrift „Anything girls can do boys can do better“ im Sortiment hat. Ich hatte s.Oliver auch kontaktiert und mich darüber beschwert. Die Antwort (übrigens von einer Frau) besagte, dass es ebenfalls ein Shirt mit der Aufschrift „Anything boys can do girls can do better“ gäbe und die Geschlechter somit wieder gleichgestellt sein sollten.

Nun kann man nicht leugnen, dass es eine Art Gleichberechtigung ist, wenn es so ein Shirt sowohl für Jungen als auch für Mädchen gibt. Dennoch ändert das nichts daran, dass hier vermittelt wird, Menschen eines Geschlechts seien besser als Menschen eines anderen Geschlechts. Welches Geschlecht als das „bessere“ betrachtet wird, hängt vom Shirt ab.

Man muss sich das mal vor Augen führen: Diese T-Shirts sagen aus, dass eine Person besser ist bzw. etwas besser kann als eine andere Person, nur, weil sie ein bestimmtes Geschlecht hat. Es müsste eigentlich klar sein, ich betone es aber sicherheitshalber trotzdem noch mal: Was jemand kann oder nicht kann, hat mit seinen persönlichen Talenten und Fähigkeiten zu tun, völlig unabhängig von seinem Geschlecht. Etwas anderes sollte man auch nicht behaupten und schon gar nicht auf ein Kinder-T-Shirt drucken.

Übrigens, es stimmt zwar, dass es dieses Shirt für Mädchen als auch für Jungen gibt. Wie die Shirts im Verkauf (zumindest in dem konkreten Kaufhaus, in dem ich darauf gestoßen bin) präsentiert werden, spricht aber für sich. Das Jungen-T-Shirt hängt als Blickfang an der Wand, das Mädchen-Shirt musste ich suchen.

So sieht das übrigens aus:

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4 Kommentare
  1. gingganz sagte:

    Viel interessanter als der Ausstellungsplatz ist doch die Art der Darstellung!
    Bei dem Jungen-Shirt klar/“männlich“-gestaltet (Achtung, nicht meine Meinung, sondern eine Konstruktion) und bei dem Mädchen-Shirt verspielt/“weiblich“-gestaltet (selbiges).
    Damit wird, auch wenn es den Spruch mit umgekehrten Vorzeichen für die Gegengruppe (!) gibt, doch weiterhin auf 1. ein dualistisches Geschlechterrollensystem referiert und dieses kommuniziert, außerdem werden 2. diesen Rollen auch noch bestimmte Eigenschaften, Stile und Auffassungen erstens zugerechnet, zweitens kommuniziert und damit von den Leuten auch unterstellt.

    Wäre der Stil nun gleich, fände ich das ja sogar okay, da es für mich nach wie vor eine Parodie wäre, aber so ist Cliché und bedenklich. Das ist wie das Anziehen von Babies in gewissen Farben, Spielzeugeinschränkung oder sonstwas – einfach dumm. Es existiert eine Trennung nicht einfach so, eine Trennung muss kommuniziert werden, und die Shirts tun das mit Spruch und vor allem (!) Aufmachung. Gesellschaft ist nicht einfach, Gesellschaft wird (im Kleinen und Großen) gemacht, und hier – Zustimmung – „falsch“ aus meiner Sicht.

    • Das mit der Aufmachung stimmt natürlich, danke für den Kommentar.

  2. giliell sagte:

    Hallo
    Ich hab das Shirt heute auch an einem kleinen Jungen gesehen.
    Ja, meine Beschwerde haben sie auch bekommen.
    Wer übrigens denkt, dass nur weil es das Shirt für Jungs und Mädchen gibt die Sache „gleich sei“, der ignoriert dass seit Jahrtausenden das „Jungs sind besser“ in unserer Gesellschaft verankert ist.
    Wer es nicht glaubt der möge mit dem zweiten Mädchen schwanger gehen. Die Menge an Mitleid, die ich dafür im Jahr 2009 in Deutschland geerntet habe lies mich mehr kotzen als die Schwangerschaft an sich.

    • Schön, dass nicht nur ich allein eine Beschwerde geschrieben habe.
      Tut mir leid für dich, dass die Leute so doof sind…

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