Das Die Ärzte XY/XX Konzert

Als ich vor ein paar Tagen in meiner Twitter-Timeline las, dass die Ärzte ein „Männerkonzert“ und ein „Frauenkonzert“ gäben, hielt ich das für einen schlechten Scherz. Aber ich lag falsch. Es stimmt tatsächlich.

Offiziell nennt sich das „Die Ärzte XY/XX Konzert“. Mit „XY/XX“ sind die sogenannten Geschlechtschromosomen gemeint. Dem Namen nach zu urteilen gäbe es also ein Konzert für Menschen mit XY-Chromosomen und eins für Menschen mit XX-Chromosomen. Das wäre lustig – wenn auch schwer zu überprüfen (Es bringe bitte jeder ein ärztliches Attest mit, auf dem angegeben ist, welche Chromosomen er habe!) und etwas diskriminierend (Es gibt Menschen, deren Geschlechtschromosome von XY/XX abweichen). Man stelle sich vor: Das eine Konzert voller Männer, Transfrauen und Drag Queens und das andere voller Frauen, Transmänner und Drag Kings! Wäre das nicht eine tolle Mischung?

Aber es kommt ja gar nicht wirklich auf die Geschlechtschromosomen an. Auf der offiziellen Seite der Ärzte (bademeister.com) steht:

Ausschließlich männliches Publikum und ausschließlich weibliches Publikum, aha. Das hätte ich gern näher definiert. Wie sieht es mit Menschen aus, die unter dem Transgender-Schirm stehen?

Folgendes soll der Aufklärung dienen:

Entscheidend ist also der Geschlechtsstatus im Sinne des Melderegisters. Wenn das Geschlecht wirklich nur eine Angabe im Melderegister wäre, eine unwichtige, willkürliche Einteilung, dann wäre das ja in Ordnung. Aber Menschen sind keine Sachgegenstände, die man einfach nach Belieben kategorisieren kann. Geschlecht ist nicht, welche Chromosomen man hat oder was im Melderegister steht. Geschlecht hat mit Identität zu tun, und die Geschlechtsidentität muss nicht mit den Chromosomen oder dem Eintrag im Melderegister übereinstimmen. In vielen Fällen, vielleicht sogar in den meisten Fällen, tut sie das, ja. Aber nicht in allen. Und diese Fälle, diese Menschen, deren Geschlechtsidentität nicht mit dem Eintrag im Melderegister übereinstimmt, werden hier diskriminiert.

Wobei, es wird ja nicht einmal der Eintrag im Melderegister kontrolliert (Es bringe bitte jeder eine beglaubigte Kopie seiner Geburtsurkunde mit!). Es werden AUGENSCHEIN-KONTROLLEN durchgeführt. Das heißt, die Einlasser bestimmen, ob jemand „männlich“ bzw. „weiblich“ genug aussieht! Und wenn sie sich nicht sicher sind, gucken sie, welchem Geschlecht der Name, der im Personalausweis steht, zuzuordnen ist. Was für Cismänner und Cisfrauen (Cisgender = Geschlechtsidentität und körperliches Geschlecht stimmen überein) kein Problem ist, wird für Transmänner und Transfrauen zum Pokerspiel. Wenn sie Glück haben, nehmen die Einlasser ihr Geschlecht als das gewünschte wahr und lassen sie hinein. Wenn sie aber Pech haben (Nicht allen Transmännern und Transfrauen gelingt es, ihr Geburtsgeschlecht ausreichend zu kaschieren), wird ihr Personalausweis kontrolliert und sie werden nicht eingelassen, weil der Name, der dort eingetragen ist, nicht mit ihrem gefühlten Geschlecht übereinstimmt.* Transgender sind somit der Willkür der Einlasser unterworfen.

Warum bei der Frage auch „schwul“ und „lesbisch“ aufgeführt werden, erschließt sich mir übrigens überhaupt nicht. Die sexuelle Orientierung hat ja mal so gar nichts mit dem Geschlecht zu tun.

Und was mich sonst noch aufgeregt hat:

Dieses Reproduzieren von Geschlechterrollenklischees. Männer trinken (tendenziell) Bier und Frauen gehen (tendenziell) oft auf die Toilette. Ja, das kann man häufig beobachten. Aber ist das „von Natur aus“ so, oder vielleicht deshalb, weil uns immer wieder – wie in dem Fall von den Ärzten – eingetrichtert wird, dass wir uns als „Mann“ bzw. als „Frau“ so und so zu verhalten haben?

Naja, immerhin können die Frauen (hoffentlich) unbehelligt die Herrentoilette mitbenutzen, wenn Männer auf dem Konzert nicht erlaubt sind.

Männerschweiß riecht unangenehmer als Frauenschweiß, ja, das kann ich nicht abstreiten. Der Rat, ein gutes Deodorant zu benutzen, ist kein schlechter, aber ein unnötiger, denn darauf sollte eigentlich jeder von allein kommen können.

Frauen haben aus anatomischen Gründen (kürzere Stimmlippen) tendenziell höhere Stimmen als Männer, das stimmt. Aber deshalb einen Gehörschutz mit speziellem Hochtonfilter zu empfehlen, grenzt meines Erachtens schon an Sexismus. Ebenso die – wenn auch (hoffentlich) nicht ganz ernst gemeinte – Bitte an die Frauen (nur die Frauen!), mit Unterwäsche zu werfen. Geht’s noch?

Übrigens, wenn „Schwarzhändler“ bei den Angaben zu dem XX Konzert schon gegendert wurde, müsste dann „Schweine“ nicht auch konsequenterweise in „Säue“ geändert werden?
Trotz meiner vielen Kritikpunkte muss ich den Ärzten jedoch eines lassen: Durch das XY/XX Konzert sind sie rechtzeitig zur kommenden Tour plötzlich wieder überall im Gespräch.
* Seinen Namen und/oder sein Geschlecht im Melderegister ändern zu lassen, ist an einige Auflagen gebunden. Die Rechtsprechung in Deutschland ist diesbezüglich nicht eindeutig und kann von Fall zu Fall variieren; ich habe da selber keinen genauen Überblick. Manche wollen ihr Geschlecht im Melderegister auch gar nicht ändern lassen. Man kann Transgender nicht über einen Kamm scheren, weil unter diesem Begriff alle Menschen zusammengefasst werden, die in irgendeiner Weise nicht dem binären Geschlechtersystem entsprechen; es ist also eine sehr heterogene Masse.

Advertisements
36 Kommentare
  1. Ratemilf sagte:

    Meeeeine Güte,
    was für ein (sorry) überheblicher Eintrag.
    Wenn man sich schon seit längerem mit den Ärzten befasst,
    dann sollte doch klar sein das die drei diese ganze Aktion als Spaß machen.
    Und genauso sollten auch die Einträge auf der Homepage verstanden werden.
    Und das ist meiner Meinung nach in Anbetracht der Tatsache DAS im Melderegister
    das Geschlecht aufgeführt wird, nicht diskriminierend sondern eine Erklärung für die Regeln der Konzerte. Wenn auch etwas „unschön ausgedrückt“. Aber so sind die Ärzte nunmal. Ansonsten sagt doch sowieso jeder die Ärzte seien nurnoch Mainstream, aber genau wegen solcher Aktionen sind sie das nicht und wegen solcher Aktionen haben sie ihre unzähligen Fans.

  2. Gast sagte:

    „Dieses Reproduzieren von Geschlechterrollenklischees. Männer trinken (tendenziell) Bier und Frauen gehen (tendenziell) oft auf die Toilette. Ja, das kann man häufig beobachten. Aber ist das „von Natur aus“ so, oder vielleicht deshalb, weil uns immer wieder – wie in dem Fall von den Ärzten – eingetrichtert wird, dass wir uns als „Mann“ bzw. als „Frau“ so und so zu verhalten haben?“

    Moment mal, Frauen wird eingetrichtert, ihre Rolle wäre, lange vor dem Klo zu stehen?
    Das ist doch eine lächerliche Argumentation.
    Hier wird ein Fakt aufgegriffen, den a) jeder aus eigener Erfahrung bestätigen kann und b) der einfach auf die logistischen Abläufe der verschiedenen Pinkel-Vorgänge zurückgeht und durch damit verbundene geringere Toilettenkapazitäten pro anwesender Frau verbunden ist. Diese Abläufe (Sitzen/Stehen) – das ist zugegeben – sind natürlich anerzogen.

    • drown_soda sagte:

      sitzen-stehen??? bescheuert??? schon mal über die unterschiedlichen „kloformen“ nachgedacht, es ist nunmal nicht einfach auf einem sitzklo im stehen zu pinkeln!!! das wisst doch auch ihr typen aus bester erfahrung…das hat absolut NICHTS mit Natur oder Anatomie zu tun!!!!
      sondern mit kollektivbewusstsein, durch das immer wieder solche vermeintlich natürlich binären geschlechterdifferenzen reproduziert werden. ansonsten hätten sich auch hier schon unisex-klos durchgesetzt, aber es gibt nunmal bestimmte machtverhältnisse, die das verhindern.

  3. @Ratemilf
    Du hast offenbar nicht verstanden, worum es mir geht. Lies doch noch mal den Absatz über die Augenschein-Kontrollen.

  4. beta sagte:

    Ich sehe den Beitrag nicht als überheblich oder haarspalterisch, vielmehr tut er das, wozu dieser Blog nunmal gedacht ist: Sich mit der nunmal offensichtlichen Gender-Problematik, die die Ärzte mit diesem Konzert aufwerfen, befassen.
    A Priori besteht nun einmal das Problem, dass eine geschlechtsspezifische Zuordnung zu einem der beiden Konzerte problembehaftet ist, sich da „nur“ nach einem Namen oder nach „Augenscheinkontrollen“ zu richten, ist etwas vage. Was macht ein MTF-Transgender, der seinen alten Namen behalten hat, bspw. weil dieser sowieso geschlechtsneutral genutzt werden kann?
    Wirft man transgender und genderqueere Menschen nicht in einen Zwiespalt sich für ein Geschlecht entscheiden zu müssen, wenn man zu einem dieser Konzerte will?

    Sicherlich bliebe es abzuwarten wie stark die Durchsetzung dieser Zulassungsrestriktionen sich vor Ort letztlich ist, aber grundsätzlich hat es aus gendertheoretischer Perspektive einen Hang zur Diskriminierung, der aber natürlich wie so oft damit abgetan wird, dass aus dem gesellschaftlichen Standard eine „gültige“ Norm abgeleitet werden kann, durch die Abweichungen und insbesondere Kritik an Abweichungen als haarspalterisch wirkend dargestellt werden.

    Sicherlich mögen die Ärzte hier nur an einen „Gag“ gedacht haben, als sie die Konzerte geplant haben, aber dass sie dabei ein Paradebeispiel für die Unzulänglichkeit der heteronormativen Norm produziert haben, ist nunmal offensichtlich.

  5. @Gast
    Okay, dass im Sitzen pinkeln tendenziell länger dauert als im Stehen pinkeln, da muss ich dir recht geben. Und dass Frauen häufiger auf die Toilette gehen als Männer, mag vielleicht daran liegen, dass ihre Blasenkapazität geringer ist. Das war ein blödes Beispiel für anerzogene Geschlechterrollen, zugegeben.

  6. Julian sagte:

    „humor ist in deutschland kein gern gesehener gast…“
    um mal bernd stromberg zu bemühen
    dieser bericht ist das beste beispiel

  7. Kathi sagte:

    *lol* … so ein quatsch … wie man sich darüber nur aufregen kann -.-
    so sindse emd und die drei lassen sich wenigstens noch was einfallen … langweilig is anders, hihi ^^
    wünsche allen, die da hingehen -ob männlein oder weiblein- richtig doll viel spaß und einen unvergeßlichen amd!!!!
    genial die drei *fg*

  8. traurigerFan sagte:

    Also ich gebe queergedacht mit dem Beitrag Recht. Ich finde die Idee für die Cismänner bzw -frauen ja ganz cool, aber wie oben beschrieben wird, ist das für die anderen ganz schön scheiße. Vor allem kann man ja als Transmann schlecht auf das Frauenkonzert gehen und umgekehrt. Die Menschen einfach so nach dem biologischen Geschlecht zu trennen ist kacke. Und über diese Beschreibung mit der Schlange vorm Bierstand und der Toilette hab ich mich auch aufgeregt.
    Naja, aber ich will ja auch kein Spaßverderber sein, ich finde es ganz gut, dass sich die ärzte mal was anderes ausdenken. Und ich weiß auch, dass das alles als Spaß gemeint ist und nicht mit der Absicht Leute zu diskriminieren.
    Aber es ist trotzdem ziemlich schade.

  9. Svenja sagte:

    „kopfschüttel“

  10. Goodcow sagte:

    Dann sind ü 30partys auch diskriminierend und noch manch anderes… Spätestens nach „Männer sind Schweine“ sollte man über die ärzte bescheidwissen

  11. guitarhero sagte:

    Meine Fresse, ihr habt Sorgen…

  12. Mark sagte:

    Lässt tief blicken, wie einige hier denken. Nun stelle man sich mal vor, man hat eben selbst diese Problematik. Man nehme als Beispiel einen biologischen Mann: Auf das XX-Konzert darf er nicht und beim XY-Konzert fühlt dieser sich vielleicht nicht richtig aufgehoben vllt. gar unwohl.

  13. A. sagte:

    Krieg dich mal ein. Werden Krokodile nicht auch diskriminiert? Schließlich dürfen die ja auch nicht rein. :D

  14. Rico sagte:

    Der Bericht hat seine fundierte Basis und es war interessant ihn zu lesen. Schön, dass diese Tatsachen ernsthaft auseinander genommen wurden. Trotzdem empfinde ich den Aufhänger und die Kritik direkt an die ärzte fehl am Platz. Es ist ein EINAMLIGER Spaß, toller orgineller Einfall. Es spricht für den Humor und Einfallsreichtum der die ärzte.
    Die Ausführungen über das noch beachtenswerte bei einem xx bzw xy Konzert ist ironisch, teils aber auch mit Fakten zu belegen, wie schon einige Vorredner in diesen Kommentaren ausführten.
    „XX“ bzw „XY“ steht ebenfalls in meiner Wahrnehmung für eine kurze prägnante Zurechenbarkeit – und hat keinen diskriminierenden Charakter –

    Kurzum:
    Die Kritik ist etwas kleinkariert – die Diskussion allgemein sinnvoll. Mich würden Beiträge von trans-sonstwas-Menschen interessieren (Bitte fangt jetzt nicht an mich zu kritisieren, ich woltle mich schlichtweg kurzfassen mit „sonstwas“ ;) ).

    Mit freundlichen Grüßen

  15. Alice sagte:

    Ich denke Die Ärzte wollen weiblichen und männlichen Fangesang als je eine Spur aufnehmen um sie für ein Live-Album zu nutzen. D.h. einen besseren Klang zu erzielen.

  16. @Rico
    Ich bin selbst genderqueer, also praktisch „trans-sonstwas“. ^^

    @Alice
    Oh, das ist interessant, auf die Idee bin ich gar nicht gekommen. Wenn das stimmt, ergibt die Einteilung tatsächlich Sinn.

  17. miinaaa sagte:

    Aaaaalso. Ich teile nicht immer queergedachts Meinung, und ja, wir wissen alle, dass die Ärzte eine Spaßband ist, so eine Aktion somit als Gag gemeint ist, usw usf. Dennoch, darf man jedes Thema in einen Mantel des Nicht-Ernst-Seins hüllen und munter durch die Gegend diskriminieren? Stellt euch mal vor, es hätte ein Wessi-/Ossi-Konzert gegeben. Oder eins getrennt nach Haarfarbe. Augenfarbe. Hautfarbe….?! Ja, das ist überspitzt, aber Überspitzung ist ein durchaus zulässiges Mittel um Schwächen und Fehler aufzuzeigen, die sich hinter Totschlagargumenten wie „alles nur ein Spaß!“ verstecken.

    Ich mag die Ärzte als Band eigentlich recht gern. Diese Gender getrennten Konzerte haben bei mir erstmal nur Achselzucken verursacht, nix für mich. An sich finde ich es auch erstmal nicht schlimm, dann sollen sie halt trennen. Aber dann als ich den Blog hier las und die Zitate der Webseite gesehen hab, ist mir doch kurz die Spucke weggeblieben. Ich bin weiß Gott keine Feministin im Sinne von Alice Schwarzer, ich echauffiere mich nicht sonderlich schnell, aber ich finde die Einteilung wirklich scheiße. Was mich am meisten stört ist die schwul-lesbisch Referenz. Soll das lustig sein? Ja, sehr witzig! Werden ja auch nur Millionen Menschen täglich deswegen diskriminiert! Erhängen sich ja auch nur ständig Jugendliche in den USA weil sie sich schämen, weil ihnen Leute eintrichtern sie könnten sich das aussuchen und müssten nur hetero sein wollen! Und jetzt wird das alles mit Problemen der Genderorientierung in einen Topf geworfen, so als ob das alles Luxusprobleme von Leuten seien, denen zu Hause langweilig ist und die dann denken „hey, wie mach ich mich besonders? ach ja, ich fühle mich mal dem falschen Körper zugehörig und werde jetzt homo!“….

    Klar, ich unterstelle den Ärzten nicht, dass das böse gemeint war (wohl aber, dass es sehr ignorant ist). Aber es ist dennoch richtig und wichtig, diese Schwächen aufzuzeigen, und der Gesellschaft mal den Spiegel vorzuhalten. Rollenklischees, jaaaa, wie originiell. Mal ganz abgesehen von den Logikfehlern (du kannst nicht Augenscheinkontrollen ansagen und dann aber das Geschlecht laut Register als Kriterium nehmen)… Schön wäre es gewesen, wenn man geschrieben hätte: „weiblich ist jeder, der weiblich ist und/oder sich diesem Geschlecht zugehörig fühlt“ oder ähnliches. Die Erklärungen sind aber wirklich peinlich für die Band. Da hätte ich schon mehr erwartet. Schade, Chance verpasst.

    Guter Beitrag, gerne mehr davon.

  18. Nana sagte:

    Ich denke, mit der Kritik daran kann man gar nicht kleinkariert genug sein. Selbst wenn es nur „aus Spaß“ oder für eine Spur zum Fangesang veranstaltet wird, es ist diskriminierend in allen Punkten, die queergedacht genannt hat. Leider sehen Menschen, die davon nicht betroffen sind, das nicht und machen sich darüber lustig/ werten die Kritik ab.
    Wenn es „nur“ um Trans*personen geht, wird Kritik lächerlich gemacht. Hätten die Ärzte das Konzert in schwarze und weiße Menschen eingeteilt, wäre die Hölle los. (Ja, ich weiß dass die Ärzte das nicht machen würden und die Idee heutzutage nicht da ist, aber es geht ums Prinzip und das sollte jeder verstehen.)
    Es ist diskriminierend, und aus dem Grund nicht akzeptabel.

  19. Mägz sagte:

    Ich finde, man sollte sich selbst nicht zu ernst nehmen, sonst macht das Leben keinen Spass mehr. Ich verstehe worum es dir mit der Kritik geht. Ich habe mir auch die anderen Artikel durchgelesen und du wirkst auf mich wie Alice Schwarzer der Queergender. Ich habe das Gefühl als kämpfest du ein wenig zu verbissen. Ganz besonders in einem Bereich wo es gar nicht nötig ist. Die Ärzte wollen mit ihren XX/XY-Konzerten niemanden diskriminieren oder ausgrenzen. Das ganze sollte mit Humor gesehen werden. Vor allem dann, wenn man bedenkt, dass Die Ärzte selbst gegen Rassismus und Diskriminierung kämpfen.
    Also, ein wenig Lockerheit hat noch keinem geschadet. Außerdem glaube ich, auch wenn ich als Hetero nicht viel von der Problematik mitbekomme, dass die Akzeptant von Queergender in Deutschland doch um einiges höher ist als in den meisten anderen Ländern und die Aufregung eher unangebracht ist.

  20. beta sagte:

    Dass es so etwas wie genderqueer gibt, wissen auch in Deutschland vermutlich die wenigsten.
    Für Akzeptanz durch andere besteht da mMn. keine Notwendigkeit.

  21. @Mägz
    Du hast recht, Transgender/Genderqueers haben es in Deutschland besser als in manch anderem Land, sie werden hier nicht (oder nicht so häufig, ganz ausschließen kann ich das nicht) aus Hass verprügelt, wie es z. B. in den USA häufiger vorkommt, eingesperrt, gezüchtigt oder mit dem Tod bedroht (ich kann das jetzt nicht für einzelne Länder belegen, aber da das mit Homosexuellen teilweise gemacht wird, gehe ich davon aus, dass es Transgendern nicht besser ergeht). Aber das ist ja wohl auch das Mindeste. Das Argument „in anderen Ländern ist es viel schlimmer als bei uns, also reg dich nicht auf“ ist keins, weil man damit ALLES rechtfertigen kann.

    Und wie beta schon gesagt hat, „Akzeptanz“ ist da das falsche Wort. Natürlich sind Transgender Menschen wie alle anderen auch und haben daher auch genau wie alle anderen behandelt zu werden. Aber „Akzeptanz“ führt in die falsche Richtung, weil „Akzeptanz“ impliziert, dass Transgender eben nicht „normal“ sind und gesonderter Akzeptanz bedürften. Siehe dazu den Blog-Eintrag „Homosexualität? Akzeptier ich!“

    Alice Schwarzer ist – unabhängig davon, was man von ihr hält – eine starke Frau, die sich seit Jahrzehnten mit dem Feminismus beschäftigt und so etwas wie das „Aushängeschild“ dafür geworden ist. Wenn man nun bedenkt, dass ich mich erst seit relativ kurzer Zeit mit Gender-Themen beschäftige und es diesen Blog erst seit knapp zwei Wochen gibt, ehrt mich dieser Vergleich (wenn er auch aus genau dem Grund unpassend ist).

  22. alena sagte:

    Ist das dein Ernst?
    Sorry, aber das mit den Chromosomen hast du nicht drauf.
    Das XX/XY ist eine Anspielung auf den Genotyp,
    was du mit Transvestiten etc meinst ist doch der Phänotyp.
    Ob du männlich od. weiblich bist, steht ja wohl im Personalausweis.
    Kein großer Aufwand.
    Man kann auch ein bisschen über-sensitiv sein, findest du nicht?!
    Australien hat ne gute Lösung gefunden- undefiniertes Geschlecht-
    was, ganz profan, hier für uns hieße:
    Zwei Konzerte!
    Das ist doch wohl alles, worum es hier geht:
    eine alberne Idee, für welche Gruppen man Konzerte macht.
    Die hätten genauso gut sagen können:
    Leute, die schwerer als 65 kg sind!
    Oder: Leute, die größer als 1,90m sind!
    Aber das wäre halt ungerecht verteilt gewesen.
    Bist du selber betroffen?
    Wenn nicht, frag doch einfach mal einen Transvestiten, ob er sich dadurch mehr diskriminiert fühlt als gewöhnlich.
    Für mich, Cisgender, zugegeben, sieht das nicht danach aus, als ob die uns allen (allen Menschen!) was böses wollten.
    Weder Männern, noch Frauen, noch beidem.
    Natürlich wird auch schwul und lesbisch angesprochen, weils immer ein paar Leute gibt, die wegen jeder Kleinigkeit zweifeln.
    Wenn auf der Bescheinigung vom Arzt steht: Allergisch auf Erdnüsse,
    fragen manche Leute halt trotzdem gerne: Kann ich Walnüsse essen?
    Gehört nicht wirklich zusammen, aber zum Absichern macht es halt manch einer.
    Das mit den Geschlechterklischees ist ja wohl ein typischer Witz, über die Qualität will ich gar nicht diskutieren.
    Aber wenn du guckst, was bei den FAQ zu der Ärzte-App angegeben wurde als Frage, dürfte dir klar sein, dass die gerne Schalk treiben mit diesen Erklärungen.
    Der Witz zu den Frauen ist m.E. nicht, dass sie oft zum Klo rennen, sondern dass sie zusammen gehen und daher länger brauchen!
    Du hast Recht, wenn du sagst, dass Augenscheinkontrollen nicht reichen.
    Ich selber finde, dass immer im Personalausweis nachgesehen werden sollte.
    Ich kann im Ansatz nachvollziehen, warum du dich aufregst,
    aber andererseits kennst du die Band und müsstest wissen, dass die gerne Ungewöhnliches ausprobieren.
    Da solltest du dich nicht direkt an einer patzigen Formulierung aufhängen.

  23. Ich bin wirklich kein Experte, was Chromosomen angeht, aber das muss man hierfür auch nicht sein. Es geht lediglich darum, dass Gender unabhängig von den Chromosomen ist.

    Deine Beispiele mit Größe und Gewicht sind was anderes. Wenn es ein Konzert für Menschen bis 1,89 m gäbe und eines für Menschen ab 1,90 m, wäre das kein Problem, weil ja jeder Mensch eindeutig der einen oder der anderen Gruppe angehört. Es gibt aber eben – wie ich in dem Artikel erklärt habe – Menschen, die nicht in das binäre Geschlechtersystem (männlich und weiblich) passen. Und die von den Konzerten auszuschließen bzw. sie, wenn sie hinwollen, zu zwingen, sich dem binären Geschlechtersystem anzupassen, ist diskriminierend. Das ist der Punkt.

    Es spielt keine Rolle, ob ich betroffen bin, es geht ums Prinzip.

    Hast du einen Personalausweis? Dann verrate mir doch mal, wo du da eine Geschlechtsangabe siehst.

    • alena sagte:

      Siehst du, so hast du mich belehrt.
      Scheiß auf Chromosomen, das mit dem Perso war Trivia :D
      Hätte ich wissen müssen, sorry.
      Na klar, wirst du sagen, fällt das nem Cisgender nicht auf. Da hast du dann vermutlich Recht…
      Tut mir leid; ich bin echt davon ausgegangen, dass bei mir steht Name, Vornamen, Geburtstag,Stadt, Gültigkeit-
      und auf der Rückseite neben Größe und so Geschlecht. (Wenn man mal so drüber nachdenkt, ist das ja eigentlich ziemlich doof, nicht draufzuschreiben, aber deiner Sache ist ja keins von beidem dienlich!
      Bei mir stehen jetzt also zum Ausgleich zwei weibliche Vornamen- und ich beginne, deinen Punkt mehr nachzuvollziehen als bis vorhin nur oberflächlich.)
      Ich habe dich gefragt, ob du betroffen bist, weil ich wissen wollte, ob das Gefühl „nicht von ungefähr“ kommt oder du nur ausgesprochen gerechtigkeitsliebend bist ( oder pedantisch, oder aufrecht, mir fällt kein neutraler Begriff ein), aber mittlerweile erübrigt sich so eine Frage.
      Doch doch, ich finde immer noch, dass es nicht völlig schwachsinnig ist, nach Geschlechtern zu teilen.
      Führ dir mal vor Augen, wie das mit dem Publikum wirklich aussähe, wenn die das nach Körpergrößen geteilt hätten.
      Das wäre zwar eindeutig nachweisbar gewesen, ich rede immernoch vom Phänotyp, und diesmal sogar durch den Personalausweis abgesichert- aber ungerecht verteilt wärs ja immernoch.
      Allerdings frage ich mich auch, wie schlecht man sich fühlt, wenn man im Frauenkörper steckt und lieber ein Mann wäre, aber zwischen 3000 kreischenden Weibern gefangen ist, weil man eben aussieht wie eine von denen.
      Nicht hinzugehen ist für mich auch keine Lösung, wie manch einer hier vorgeschlagen hat- man hat ja das recht dazu, eine Karte zu kaufen für etwas, das einem unter normalen Bedingungen Spaß machen würde.
      Außerdem kommt es zu Ignorieren nicht in Frage- wenn es für mich von Belang ist, sag ich ja nicht, dass es egal ist, nur weil es Reibung vermeidet.
      Aber am Ende kann ich mir einfach nicht vorstellen, dass sie es böse gemeint haben- natürlich ist es keine gute Lösung, wenn man lange drüber nachdenkt; und ‚es nicht böse meinen‘ ist fadenscheinig, wenn man es aus deiner Position betrachtet.Ich finde es bei dieser band, in diesem Fall jedoch unbedenklich, auch wenn es hart klingt und nicht kategorisch ist, weil ich jeden anderen , der sowas anfangen würde, auch von vornherein nicht kennen lernen wollen würde, aber die Band kenne ich nunmal, und mir fehlt offen gesagt der Elan für den Kampf gegen diese Sache-
      Vielleicht verurteilst du mich jetzt, weil ich Nichbetroffene nur Unsinn schreibe und mich selber aushebele.
      Jede andere Art, es zu lösen, hätte aber mindestens genauso viel Protest aufgeworfen und wäre mindestens(!) genauso falsch gewesen.

  24. gingganz sagte:

    @Mägz und natürlich alle anderen. Das ist so mit Abstand der größte Durchschnittskommentar mit Inhalt Mist, den ich je gelesen habe. (Die Fäkalie musste sein, verzeih, Mägz, das geht nicht gegen Dich als Person, nur gegen Dich als PosterIn eines Kommentars. Würde auch face-to-face weniger scharf formulieren, der Inhalt bliebe aber der gleiche.) Das ist ja wie aus einer soziologischen Studie zum Plakativismus abgeschrieben. Krasse Relativierung usw. – ich stutzte bei Deinem Post grade echt und bedauerte den Standpunkt. Andererseits wurde ich auch ein wenig zornig. [Zorn, nicht Wut. Stéphane Hessel und Georg Schramm ließen sich drüber aus, für Diskursinteressierte. Empört euch!] Werde Dich, Mägz, auch im Folgenden nicht mehr direkt ansprechen, sondern Dich als abstrakte, Postschreibende Entität behandeln.

    Aaaaaalso!

    Der erste Satz ist schon ein NoGo, wenn man sich in ner ernst zu nehmenden Diskussion befindet/befinden will. Das will Mägz nicht, daher klar, dass sie/er ihn schreiben kann. Ich stimme dem Satz auch grundsätzlich zu, aber das Phrasenschwein damit durch den Blog zu treiben bringt hier gar nichts außer meinen Unmut. Der Zusatz „sonst macht das Leben keinen Spaß mehr“ ist dabei übrigens dem Unmut weiter förderlich.
    Also ist das weder Argument noch sinnvoller Beitrag in anderer Form, das ist einfach ein aufgetautes Allgemeinplätzchen, das zu schlucken offenbar jeder bereit sein soll, dabei ist es schon so gammlig, dass einem schlecht davon wird.

    Dann: „Ich verstehe worum es dir mit der Kritik geht.“
    Das mag ich anzweifeln, sonst würde Mägz nicht diese Kritik relativieren, statt sie anzuerkennen. Denn selbst wenn man Kritik nicht teilt, kann man diese ja wohl „fachlich“ beurteilen und meinetwegen auch abstrafen, anstatt ein kommunikatives Bauklötzchen einzubauen. Das ist einfach so ein Standard… „Ich verstehe Dich ja, aber…“. Ganz ganz billig, denn nichts wird verstanden und das ist nur ne hohle Phrase.
    Dann die Zuschreibung der Frau Schwarzer auf queergedacht: Ich wette, Mägz weiß nen Dreck über A. Schwarzer, außer den Clichés, die eben so in Umlauf sind und die meist negativ konnotiert sind: Alice Schwarzer sei „too much“ und übertreibe es etwas. Hat queergedacht ja schon in ihrem Post angesprochen, man sollte sich erst mal auskennen wie Alice Schwarzer und ein wenig von dem Kampf erahnen können, den sie ausficht, wie gerechtfertigt jetzt Kritik sei oder nicht, zumindest informiert muss diese Kritik sein.

    Dann: Mägz hat also das Gefühl, queergedacht kämpft ein wenig zu verbissen? Verdammt, queergedacht schreibt nen Blog, macht sich Gedanken und teilt sie mit der Welt. Queergedacht interessiert sich für ein Thema. Was ist bitte daran verbissen und großer Kampf? Das suggeriert doch, dass queergedacht irgendwo als letzter Mensch auf einer Barrikade einer längst versandeten da sinnfreien Revolution steht und mit Ziegelsteinen auf die andrängenden Gegnerhorden eindrischt.
    Es gibt davon abgesehen gar keinen „zu verbissenen Kampf“ gegen soziale Ungerechtigkeiten. Höchstens, und ich unterstelle Mägz, da weder zu differenzieren, noch das zu meinen, einen Kampf mit den falschen Mitteln. Aber das ist das hier garantiert nicht.

    Weiter im Text: Es ist also nicht nötig, in diesem „Bereich“ überhaupt zu „kämpfen“? WTF? Erzählt man das den Frauen, die ewige Zeiten unter der Fuchtel diverser Tyrannen männlicher Kategorie standen, dann werden die sicher zustimmen, dass ein Kampf doch unnötig ist. Oder die Frauen in Afrika, die genitalverstümmelt werden, weil das gesellschaftliche Tradition ist – klar, man muss da differenzieren, aber weder körperliche noch strukturelle Gewalt und Diskriminierung sind gut.

    Dann: DÄ wollen doch nur Spaß machen und niemanden ausgrenzen? Warum grenzen sie dann jeweils geschätzt ca. 50% der Menschen aus, die gerne an einem bestimmten Tag auf ein Konzert gehen wollen? Das ist doch schon von der inneren Logik her ein Papierhaus – irgendwann wirds zu Fall gebracht. Aber da zeigt sich natürlich immer der Humor der Nichtbetroffenen: Ausgrenzung und Diskriminierung ist für die Nichtbetroffenen ja nie wirklich schlimm. Aber für die Betroffenen ist das Ganze sicherlich kein Witz. Die Tatsache, dass Mägz findet, dass der beschriebene Fall keine Diskriminierung ist, ist bedenklich: Unter der Voraussetzung, dass queergedacht sich als Genderqueer definiert, zeigt dieser Blog mindestens eine betroffene Person auf, die sich diskriminiert fühlt. Das wiederum schließt aus, dass es niemanden diskriminiert und „nur ein Witz“ ist. Ganz davon abgesehen spreche ich queergedacht nicht den Humor ab – aber eben auch nicht den Verstand, was man Mägz aber durchaus in diesem Bereich abzweifeln könnte.

    Die Rechtfertigung, bzw. die Unterstützung des Arguments des Humors und der Nichtdiskriminierung für diesen Fall mit dem Heranziehen eines anderen Falles ist übrigens rein logisch schon saurer Quark. Seit wann sind denn Leute, die an einer „Front“ gegen Ungerechtigkeit kämpfen, an einer anderen nicht ungerecht? Beispiel der US-Amerikaner im 2. WK: Klasse, sie kämpfen gegen Hitlerdeutschland! Verschwand deshalb die Diskriminierung von Menschen anderer Hautfarbe aus der Kultur? Wie wir wissen, war das natürlich sehr erfolgreich und noch heute sind die USA glorreicher Vorreiter der Abschaffung der „Rassen“diskriminierung.

    So kann man natürlich den Ärzten nicht den Kampf gegen z.B. Rassismus absprechen. Ich kenne selbst einige Texte, auch gegen Diskriminierung allgemein – allerdings ist das eben alles nur recht allgemein, und wenn es dann im Einzelfall, so wie hier, missachtet und ins Gegenteil verdreht wird, dann ist das doch alles andere als ein Beweis für den glorreichen Kampf der Musiker.

    Dann dieser wunderbare Aufruf, hier rein textlich gut umgesetzt, da queergedacht ja nicht direkt angesprochen wird: Dass Lockerheit „noch keinem“ geschadet hat, das ist auch für die „Argumentation“ des Menschen Mägz völliger Schwachsinn. Also, was bitte soll das sein, Moralapostel von der Kanzel? Sei locker, nimms nicht schwer, lass uns Probleme von Leuten lieber belächeln denn sie ernst zu nehmen. Gnarf… Natürlich ist Lockerheit toll und hat (rein sprichwörtlich!) noch keinem geschadet. Aber genauso ist Ernsthaftigkeit toll und hat ebenfalls (rein sprichwörtlich verdreht) ebenfalls noch keinem geschadet. Die Phrasensau kam dazu, jetzt gibt’s sicher bald Ferkel. ._.

    Dann der Abschuss zum Abschluss, sozusagen!
    Da muss ich einfach direkt ganz zitieren: „Außerdem glaube ich, auch wenn ich als Hetero nicht viel von der Problematik mitbekomme, […]“
    Wahnsinn!
    Mägz erkennt: Ich habe keine Ahnung.
    Mägz denkt: Wenn ich keine Ahnung habe, ja, dann habe ich ja wenigstens eine fundierte Meinung und kann meinen Senf mit Ketchup und Majo ergänzen!

    Abgesehen davon denkt hier Mägz offenbar, als Hetero bekäme man rein strukturell nichts von „der Problematik“ (mir scheint, M. könnte diese nicht mal richtig definieren, so oft, wie es „die Problematik“ heißt) mit – reiner Trugschluss, man bekommt nichts mit, weil man sich nicht informiert. Abgesehen davon, dass natürlich Betroffene von struktureller oder physischer oder psychischer Gewalt es immer zuerst mitbekommen.
    Das lässt so das Gefühl heraushängen, dass man als „Hetero“ (Hetero, nicht Mensch… -__- Denken in Kategorien ftw, aber leider unmöglich abzustellen, sei zu meinem Bedauern ebenfalls angemerkt, schließlich stellt sich auch queergedacht ja direkt als genderqueer und nicht Mensch vor) auch nichts davon mitbekommen müsste, weil es sowieso keine akute Pathologie sei. → Gnarf again.
    Dann natürlich Brillanz zum Abschluss des Kommentars! Applaus im Voraus bitte – ganz großes Kino.
    „Wir hier dürfen ja gar nichts sagen, anderen gehts so viel schlechter.“ kommt in einer gewagten Variation daher: Das vielgewagte „wir hier in Deutschland“! Ein Coup sondergleichen, mit der nicht nur die Herzen der Zuschauer, sondern auch haufenweise Waschmaschinen mit Kurbel gewonnen werden.
    Da wir hier keine Todesstrafe haben und keine Leute verschleppt werden (soweit wir wissen), ja, deshalb ist die Problematik, über die man sich in dieser Diskussion austauscht, sowieso völlig belang- und sinnlos. Denn: Uns geht es doch gut! Ich weiß auch gar nicht, woher Dein Problem kommt, queergedacht, schließlich lebst Du auch noch im guten Süden des deutschen Landes. Hör mal! Deine Aufregung ist in Anbetracht von den Zuständen in anderen Ländern ECHT unangebracht. *mal eben vom Balkon spring*
    (Zum letzten Punkt empfehle ich selbst auch noch mal das Lesen des letzten queergedacht-Posts, da hat sie schon wahre Worte geschrieben.)
    Abschließend: Strukturelle Gewalt kommt selten offen daher und wird gesellschaftlich auch so gut wie nie anerkannt. Das heißt aber nicht, dass sie nicht da ist und dass das nicht schlecht ist. Natürlich gibt es manchmal Zwänge, die so gering sind, dass sie nicht groß auffallen oder eine große Bekämpfung nicht Sinn macht, aber hier ist das definitiv nicht gegeben…
    So, das musste raus.

    Gingganz Zufällig, am 01.11.2011

    Anmerkung: Text und damit Kritik entstand aus nem Chat, wurde leicht überarbeitet. Sollte es zu polemische Passagen geben: Was solls. Sollten noch Fehler drin sein, die grammatikalischer oder morphologischer Natur sein sollten, nur her damit, ich verbessere niemanden lieber als mich selbst. :) Ansonsten: Ich denke, damit ist mir zum Ausposaunen meiner Meinung und dem Niedermachen eines Posts eine adäquate Selbstdarstellung gelungen. Ließ sich leider nicht vermeiden – alles davon. ;D

  25. beta sagte:

    Die Ärzte meinen das sicherlich nicht böse, ich glaube eher, dass sie mal was originelles „jenseits des Normalen“ machen wollten – auffalen um jeden Preis? – wobei sie dann aber ungeschickter weise in ein neues Dilemma gerutscht sind, welches ihnen wahrscheinlich nicht einmal als so großes Problem bewusst ist.
    Transgender kennt man in Deutschland doch schließlich nur als Männer, die sich als Frauen fühlen und umgekehrt, die vielleicht in irgendwelchen Rotlicht-Spielunken am Thresen sitzen oder auf Paraden im Glitzerkostüm vor den Kameras schweben, aber dass Trans* sicherlich auch für viele Menschen in einem weniger auffälligen Rahmen eine Rolle spielt, ist vielen sicherlich völlig unbewusst, weswegen dÄ da sicherlich gar nicht weiter drüber nachgedacht haben.
    Was mich allerdings wirklich stört ist, dass in diesem FAQ auch noch auf die sexuelle Orientierung abgehoben wird, die ja a priori völlig unabhängig vom Geschlecht ist. Ich bin mir sicher, dass sich eine gynophile cisgender Frau über ein reines Frauenkonzert mehr freut als über ein „normales“. Aber dieses Statement dÄ, das wahrscheinlich ein aufgequollenes Toleranz-Statement sein soll a la „sehr her wie tolerant wir sind!“, find ich einfach unpassend.

  26. @alena
    Schön, dass du tatsächlich darüber nachdenkst und an einer Diskussion interessiert bist. :)
    Wieso ist es doof, das Geschlecht nicht auf dem Personalausweis zu haben? Es würde zwar zu Größe etc. auf der Rückseite passen (wenn man davon ausgeht, dass die Angaben dazu dienen, „überprüfen“ zu können, ob der Ausweis der Person, die ihn vorzeigt, gehören kann), aber gerade für Menschen, die nicht in das binäre Geschlechtersystem passen, ist es doch gut, dass das zumindest da nicht steht (in der Geburtsurkunde steht es ja trotzdem).
    Ich bin – wie schon erwähnt wurde – genderqueer, das heißt, ich kann mich weder dem „männlichen“ noch dem „weiblichen“ Geschlecht eindeutig zuordnen und müsste, wenn ich auf das Konzert wollte, mich für eine der beiden Möglichkeiten entscheiden, wäre also betroffen. Andererseits bin ich aber nicht direkt betroffen, weil ich sowieso nicht auf ein Ärzte-Konzert (auch keines der „normalen“) gehen möchte.
    Natürlich haben sie es sicher nicht böse gemeint. beta hat dazu ja schon was geschrieben. Aber wie dein Beispiel mit dem „Mann im Frauenkörper“ zeigt, hast du ja mittlerweile erkannt, dass diese Einteilung für einige Menschen problematisch ist.

    • alena sagte:

      Ich kanns definitiv verstehen, dass manche sich aufregen, am meisten, da halt immernoch einige patzige Formulierungen auf der Website bestehen, wenngleich du ja auch im Gästebuch auf diesen Blogeintrag hingewiesen hast und herausstelltest, dass das scheinbar mehrere Leute scheiße finden.
      Es gibt einige Bands oder einzelne Personen, mit denen ich mich nicht beschäftigen wollte, es sei denn, sie kämen mir blöd.
      Daher kann ich’s schon nachvollziehen, dass man sich für eine Sache, die einen grundsätzlich beschäftigt, auch genre-übergreifend (Musik, Film, Politik, Kultur, Zitate etc.) einsetzt.
      Na, mich wundert es halt sehr, dass man allen möglichen Kram im Ausweis stehen hat, aber sowas bedeutendes gerade nicht. Wenn ich überlege, dass früher teilweise so ein Quatsch wie Kopfform festgehalten wurde, und heute steht dann die Augenfarbe total ungenau drin, aber etwas, was ausschlaggebender ist, nicht.
      Kann auch von Vorteil sein, da haste Recht.
      Mal gucken- ich glaub allerdings nicht, dass dazu noch irgendwas von denen kommen wird, auch keine Entschuldigung.
      …obwohl es nach der Mühe, die du dir gemacht hast, natürlich für dich gut wär.

  27. Es hat sich ja auch hier in den Kommentaren gezeigt, dass es doch einige gibt, die die Einteilung nicht so optimal finden.
    Ich bin auch nicht davon ausgegangen, dass die Ärzte darauf reagieren werden, ich wollte das nur nicht unkommentiert lassen.
    Ob das Geschlecht wirklich so bedeutend ist, ist die Frage, Stichwort post gender: http://en.wikipedia.org/wiki/Postgenderism

  28. Udo Z sagte:

    Zweck erfüllt. Eine lustige Idee wird nicht nur zu einer super Promoaktion, sondern auch noch eine heiße Grundsatzdiskussion. Erinnert mich irgendwie an die Indizierungen. Jetzt wird es auch um diese zwei Konzerte richtig spannend mit „für“ und „wieder“.

    Mit fortlaufender Leserei, hat sich meine Meinung hier sehr geändert. Das ging von „Oh Mann..was für Probleme“ zu „Hey, wenn ich mehr darüber nachdenke, ist es echt eine Problematik, die mir vorher gar nicht so bewusst war“. Danke dafür. Das heißt aber auch, dass ich bisher außerschulisch (und auch schulisch nicht wirklich) gar nicht wirklich damit in Berührung gekommen bin. Insofern finde ich es etwas hart, Leuten vorzuwerfen, sie würden sich nicht damit auseinandersetzen. Es kann sich nicht jeder mit allem befassen. An Vieles, das einen nicht direkt betrifft, denkt man nicht so schnell. Deshalb gibt es ja auch Leute wie dich, die zum richtigen Zeitpunkt einharken. Und das ist gut so.
    Trotzdem denke ich, du hast dich doch etwas in Rage überlegt. Die Sache mit den Schlangen am Bierausschank etc.: Nicht, dass ich ein Freund von Mario Barth und Co wäre, aber wenn man sich in dieser Richtung etwas zum Aufregen sucht, ist man dort wohl besser aufeghoben. Und wenn man wirklich in dieser Hinsicht keine Witze versteht, dann sollte man die Ärzte sowieso links liegen lassen (–>“Männer sind Schweine“ und viele weitere).
    Ich finde die zwei Konzerte eine super-witzige Aktion, hoffe, dass sie es richtig durchziehen (bedeutet z.B., dass am XX-Abend die Security eben komplett weiblich ist) und finde, wenn sich jemand diskriminiert fühlt, soll er selbst ein paar warme Worte finden und an das Management richten. Ich denke auf weitere Diskiussionen müssen DÄ auch nicht eingehen. Sollte man jeden Einzelfall betrachten? Die Pauschalregelung „was im Pass steht“ finde ich für die Masse an Personen absolut gerechtfertigt. Ich denke, es geht hier einfach um die Idee. Vielleicht eine spontane Überlegung, vielleicht eine Spontanaktion. Man könnte jetzt ankreiden, Die Ärzte hätten eben nicht „spontan“ auch an diese Problematik gedacht. (Wobei wir wieder ein paar Zeilen weiter oben wären.) Kann man es wirklich vorwerfen? Wie gesagt: Nein, ich denke nicht. Auch wenn man als so eine bekannte Band vielleicht mehr Verantwortung trägt. Aber die Ärzte sind eben nicht der Ethik-Rat ;)
    Und mal ganz im Ernst: Überwiegt nicht allein die Vorfreude, wie vielleicht tausende Mädchen „Männer sind Schweine“ oder „Manchmal haben Frauen“ singen, wie Bela vor rein weiblichem (oh man(n)….man traut sich hier schon fast nicht mehr, sowas zu schreiben!) Publikum „2000 Mädchen“ am Telefon belästigt oder eben die gleiche Menge an Kerlen „Tittenmaus“ grühlt oder von Oralverkehr („Die Banane“) singt?

    • Danke für deinen netten Kommentar und schön, dass ich/die Diskussion dich zum Nachdenken angeregt hat. Du hast recht damit, dass sich viele nicht mit Dingen beschäftigen, die sie nicht direkt betreffen, u. a. daher ja auch dieser Blog.
      Was du im letzten Absatz schreibst, klingt schon super, das muss ich zugeben. ^^ Aber ungeschickt gelöst ist es dennoch.

    • gingganz sagte:

      Hey Udo Z!

      Du hast angesprochen, dass man die Nichtauseinandersetzung mit Themen niemandem vorwerfen kann. (Ganz von dem Witz abgesehen, dass ich das z.B. ja gemacht habe, was die Aussage strukturell wiederlegt:) Das kann man natürlich Individuen nicht vorwerfen, außer, sie hätten die Möglichkeit, aber dem berühmten „System“ schon. Wobei diesem auch nur begrenzt, ansonsten kommt man in eine dauerhafte Polemik gegen das, was ist, statt konstruktiven Vorschlägen. (Die bei mir hier im Übrigen auch eher fehlen den zutage treten. Ich rechtfertige mich vor mir selbst damit, dass allein das Aufzeigen von Trugschlüssen und einiger Beschränktheit hilfreich sein kann, auch wenn ich vermutlich eine Person dabei durch das Netz leiden lasse…)
      Du sprichst die Schule an. Das erste, was man festhalten sollte, ist, dass diese, wie Du es ja erkannt hast, nicht unbedingt und dauerhaft eine plurale Darstellung der Gesellschaft fördert, was ganz natürlich ist, da aktuelle Problematiken im Lehrplan wohl nicht sofort auftauchen und deren Kommunikation wohl vom individuellen Engagement von Schülern und Lehrern (beiden!) abhängt. Worin ja eigentlich die Stärke einer Schule liegen könnte: Diese bringt nicht nur ein begrenztes Fakten-/Allgemeinwissen bei, sondern sollte sich vor allem um Informationskompetenz und -pluralität kümmern. Sobald das gegeben ist, haben mehr Schüler die Möglichkeit, sich für mehr Themen zu interessieren, da sie auf mehr Themen stoßen werden. Ich erinnere mich noch gut daran, dass die heißeste Begeisterung sehr oft für genau das entbrannte, was im Unterricht per nicht durchgenommen wurde. Ob nun in Geschichte oder Deutsch oder Biologie, wir hatten immer einige „Experten“ auf Schülerseite, die „tiefer“ in Themen drin waren. Zudem hatten wir das Glück, dass diese Spezialisten ihr Wissen auch kommuniziert haben. Als Sahnehäubchen hatten wir auch noch engagierte Lehrer, die das förderten und integrierten… was nun nicht jedesmal der Fall sein wird. Aber ich persönlich denke, es kommt darauf an, dass diejenigen, die sich für ein Thema interessieren, es auch kommunizieren, genauso, wie queergedacht es hier getan hat. Wie Tzvetan Todorov in seinem Buch „Angesichts des Äußersten“ sagt (S. 278): „Schweigen ist kein neutraler Akt.“ Nur, wer kommuniziert, was er weiß, trägt dazu bei, eine Problematik in den Diskurs zu bringen, und genau hier liegt denke ich auch die Lösung auf die Nichtauseinandersetzungsfrage: Es gibt bereits jetzt durch das Internet so viele Angebote von Menschen, die ihre Kommunikationsmöglichkeiten dazu nutzen, ihre Fragen aufzuwerfen und zu diskutieren. (Ich will hier auch den wissenschaftlichen Diskurs nicht ausschließen, der liegt Schülern meiner Erfahrung nach allerdings meist etwas ferner.)
      So stellt sich dann also die Frage, wie man Menschen dazu ermuntern kann, dass, sollten sie eine Art „allgemeines Interesse“ an der Gesellschaft mitbringen (und ich vermute, mit einer gewissen Bildung/Befähigung/Fähigkeit zu reflektieren/… entsteht das meist ganz automatisch), sie sich über Themen informieren, die andere aufwerfen. Und hier setzt mein Gedanke von vorher ein: Die „Informationskompetenz“ müsste erhöht werden, Interessen auf individueller Seite gefördert werden und (ganz wichtig) diese auch in einen Diskurs (gerade an Schulen mit den Mitschülern) gegeben werden.
      Denn abgesehen von wenigen wirklich von vornherein selbst recherchierenden Menschen vertrauen die meisten zumindest am Anfang auf die Aussagen anderer Menschen, und über diese Mechanik werden auch viele Recherchen betrieben.
      Die Frage, die jetzt noch im Raum steht, ist natürlich die, ob man sich für jedes Thema interessieren kann und überall gut informiert sein kann. Die Frage muss man bedauerlicherweise natürlich mit „nein“ beantworten. Allerdings kann man eine Bereitschaft mitbringen – so wie Du, Udo Z -, sich neue Informationen anzuschauen. Möglichst offen, aber schon die Wahrnehmung bedeutet eine gewisse Offenheit, aus der automatisch Auseinandersetzung entsteht.
      Man kann nicht alles wissen und sich für alles engagieren – aber man kann sich solidarisch mit den Menschen zeigen, die sich auf einem bestimmten Gebiet daran versuchen, und man kann offen für den Diskurs sein.

      Kleine Anmerkung zum Schluss, nachdem der eigentliche Text schon fertig ist:
      Jeder geht anders an die Probleme des Lebens und der Gesellschaft heran, und jeder hat eine andere Entwicklung hinter und vor sich. Was ich z.B. Mägz vorgeworfen habe, entspringt meiner Ansicht und Einschätzung. Vielleicht hat Mägz in 2 Jahren ähnliche Gedanken, ich habe mich im Nachhinein oft mit mir überworfen, vielleicht aber auch nicht. Niemand muss primär recht haben, der Diskurs steht am Anfang. (Ich bin ausdrücklich auch nicht vor „falschen“ Ansichten gefeit.) Was ich festhalten kann ist Folgendes: Man wächst/reift an seinen Erfahrungen, und je mehr man bewusst sucht und macht, desto mehr Chancen hat man, an ihnen zu reifen. Wer es zulässt, Interesse zu entwickeln, was schnell schwer fällt, da es Anstrengungen dafür bedarf, dem eröffnen sich weit mehr Optionen, da er einfach viel mehr davon wahrnimmt. =)

  29. Coffeeholic sagte:

    Ich bin kein Fan der Ärzte, also betrifft mich diese Thematik nicht direkt und selbst wenn, würde es für mich persönlich kein Problem darstellen, da ich ganz klar ein Mädchen bin.

    Ich lese deine Texte mit Interesse, was sicher an meinem Umfeld liegt. Mein Bruder, dem ich sehr nahe stehe, ist Homosexuell. Eine gute Freundin von mir unterzieht sich gerade einer Geschlechtsumwandlung. Ricca (ihr neuer Name, auf den ich ganz stolz bin, weil ich ihn vorschlagen durfte & und er freudig angenommen wurde) hat einen harten Weg hinter sich und in großen Teilen noch vor sich. Sie erzählt mir viel, wie schwer der Umgang mit ihren äußerst konservativen Eltern ist und auch wie sehr ihre Schulkollegen sich von ihr aus diesem Grund distanzieren. Leider kann ich ihr keine besonders hilfreichen Ratschläge geben, nachdem ich mich selbst ja nie in dieser Situation vorgefunden habe, aber ich hoffe, es hilft ihr, zu wissen, dass sie sich jederzeit bei mir ‚ausheulen‘ kann. Ich habe auch den Eindruck, dass ich ihr tatsächlich helfe. Zumindest insofern, dass ich mit ihr shoppen gehe, sie in bestimmtes Mädchenzeug einführe – und darüber freut sie sich, sie möchte das, aber wie es auch vielen ’normalen‘ Mädchen anfangs geht, ist man unsicher und weiß nicht so recht, was zu einem passt, etc. Natürlich ist diese Art von Hilfe nur … ein Achtel der Miete, dem bin ich mir bewusst. Aber es ist schwierig, wenn man selbst nie in dieser Lage war. An dieser Stelle würde ich auch gerne hinzufügen, dass ich mich freuen würde, wenn jemand eine Idee hat, wie ich ihr vielleicht noch mehr unter die Arme greifen könnte, denn die Situation belastet sie sehr. Das würde mich freuen, auch weil wir wirklich gute Freunde sind (eigentlich fast noch mehr seit ihrem ‚Outing‘) – sie bedeutet mir sehr viel.

    Aber nun genug erzählt und zurück zu dem Blogtext:

    Soweit ich die Karriere der Ärzte mit bekommen habe, legen sie einen gewissen Humor an den Tag. Und ich denke, aus dieser Albernheit heraus ist auch die Idee mit den Konzerten entstanden. Dass die Chromosomen nicht bestimmen, wer Mädchen und wer Junge ist, stimmt schon. Und, dass diese Idee unüberlegt war, kann man auch nicht bestreiten. Allerdings bezweifle ich sehr, dass die Ärzte damit eine bestimmte Gruppe diskrimieren möchten oder ähnliches. Und darum halte ich es für unwahrscheinlich, dass sich jemand deswegen diskriminiert fühlt. Sollte sich jemand deswegen doch diskriminiert fühlen, dann halte ich ihn – ehrlich gesagt – für überempfindlich. Wie gesagt, kann nicht glauben, dass die Ärzte das übel meinen.
    Ansonsten sehe ich auch kaum einen Grund, das so verkniffen zu sehen. Denn: Ja, es herrscht ein generelles Problem in diesem Fall, man muss sich nur mal die Schildchen an der Toilette ansehen.
    Aus dem heraus ergibt sich aber die Realität (auch wenns keine unbedingt faire ist), in der Transgender sich befinden: Sich ständig irgendwohin ordnen zu müssen. In dem Falle des Konzerts ist es eben nicht möglich, zu sagen: „Für Mädchen, die sich als Mädchen identifizieren“ und umgekehrt. Das wäre viel zu kompliziert, etc… ich denke, das muss ich nicht näher erläutern.

    In manchen Blogtexten habe ich auch oft das Gefühl, dass du, liebe Bloggerin, gewisse Probleme viel zu verkniffen siehst und auch angehst, das möchte ich dir ganz ehrlich sagen. Aber das bedeutet nicht, dass ich nicht gut finde, dass du dieses Problem ansprichst, auch wenn ich den Kontext (wie hier mit dem Konzert der Ärzten) nicht so gut gewählt finde. Generell aber stimmt es natürlich, wie bereits erwähnt. Es herrscht eine Menge an Verbesserungsbedarf, gerade was die Transgender betrifft und ich hoffe für diese, dass diese Probleme recht bald angegangen werden – was aber, gerade durch das was mir Ricca erzählt – mit Sicherheit noch eine Weile dauern wird.

    Das traurige ist, dass ja noch nicht einmal die Homosexualität flächendeckend akzeptiert wird. Das weiß ich aus eigenen, unglücklichen Erfahrungen, wobei der Hauptbetroffene natürlich mein Bruder war. Am konservativen Land, in einer konservativen Schule, hat er das leider sehr deutlich zu spüren bekommen, und ich ebenfalls, da man ja in dieser Geschichte automatisch mithängt. Außer, man distanziert sich von seinen Geschwistern, solche soll es ja auch geben. (Was für mich nicht in Frage kam – mein Bruder war von Kindesbeinen an mein Vorbild, und wenn Mitschüler ihn angegriffen haben, war das für mich, als würden sie mir persönlich einen Faustschlag verpassen. Dann habe ich eben des Öfteren (mein Bruder ebenfalls) blaue Flecke gehabt, na und? Man lässt einen Menschen nicht fallen, nur weil er auf dasselbe Geschlecht steht. Eigentlich geht es mich doch nichts an, mit wem er das Bett teilen möchte, und DIE dann schon gar nicht!)

    Trotzdem versuche ich, optimistisch zu bleiben. Irgendwann werden auch die Transgender den Umgang erfahren, den sie verdient haben. Hoffe ich.

    Trotz meiner Kritik: Freue mich auf weitere Blogs. :)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s